Ist das Kunst oder kann das weg? Verkehrstechnische und gastronomische Erlebnisse in Neapel (©RosiKmitta)

Mein seltsamster Urlaub: Verkehrs-Chaos und Artischocken-Pizza in Italien

Wenn dieser besondere Urlaub in Neapel und Umgebung in meiner Erinnerung erneut abläuft, krümme ich mich vor Lachen ob der Situationskomik, die wir erleben durften. Kulinarische Fehltritte, Nervenkitzel beim  Autofahren und einiges mehr. Wir haben so viel Seltsames und im Nachhinein Witziges erlebt, dass es immer wieder Freude macht, davon zu erzählen. Viel Spaß beim Lesen! 

Habt ihr auch schon mal einen Urlaub erlebt, bei dem vermeintlich alles schief läuft? Bei mir ist es der Kurzurlaub in Italien vor einigen Jahren, gemeinsam mit einer Freundin und ihrem Partner. Der Grund für diese Reise war ein sehr schöner: unsere Studienfreundin heiratete. Also flogen wir nach Italien, um mit ihr diesen besonderen Tag zu feiern. Um die Zeit in bella Italia zu genießen, hängten wir ein paar zusätzliche Urlaubstage in Neapel und Umgebung an.

Straßenverkehr – andere Länder, andere Sitten

Ist das Kunst oder kann das weg? Verkehrstechnische Besonderheiten in Neapel (©RosiKmitta)
Ist das Kunst oder kann das weg? Verkehrstechnische Besonderheiten in Neapel (©RosiKmitta)

Unsere Geschichte beginnt und endet mit einer rasanten Autofahrt. 😉 Nachdem wir am Flughafen von Neapel gelandet sind, ordern wir ein Taxi. Der Fahrer jagt mit hoher Geschwindigkeit die steilen Straßen auf und ab. Ohne Gurt sitzen wir etwas verkrampft auf unseren Plätzen. Beim Aussteigen raunt uns der Taxifahrer zu: „Passt auf euch auf.“ Mit diesem bedeutungsschwangeren Willkommensgruß steuern wir unsere Ferienwohnung an – und bestaunen den Eingang: eine kleine Tür wie bei Alice im Wunderland, zu der man sich hinunter bücken muss. Während wir so davor stehen, nimmt ein vorbeifliegender Vogel die WC-Ausfahrt und erleichtert sich auf der Lederjacke unseres Mitreisenden. Wir flüchten in das Gebäude in unsere tatsächlich sehr schöne Wohnung mit herrlicher Aussicht. Doch ein weiteres Tier hat es auf uns abgesehen: Noch während der ersten Nacht legt eine Stechmücke bei mir einen Reisestopp ein und attackiert mein rechtes Augenlid – ich kann nur noch aus dem linken richtig schauen. Mein erster Gedanke: Zum Glück ist die Hochzeit erst am nächsten Tag. Und noch besser: Ich bin nicht die Braut.

Doch zurück zum eigentlichen Straßenverkehr: Für verschiedene Ausflüge mieten wir uns ein Auto. Beim Auffahren auf die Autobahn bedrängt uns ein hartgesottener Fahrer und er ist nicht der Einzige in diesem Urlaub… Ein weiterer Zwischenfall ereignet sich an unserem Zielort in einem Parkhaus: Wir sollen die Autoschlüssel abgeben. Mit etwas Überwindung händigen wir sie dem Wärter aus, damit er die Fahrzeuge bei Bedarf umparken und ein bisschen Tetris mit ihnen spielen kann.

Auf der Rückfahrt geraten wir in einem kleinen Städtchen in einen Festumzug und fahren im Schritttempo hinterher. Direkt danach quälen wir uns in einem weiteren Stau auf der einzigen Straße am Steilhang der italienischen Küste zurück zum Hotel. Zu allem Überfluss schert jemand aus dem Autokorso aus, überholt ohne Rücksicht auf den Gegenverkehr einige der Wartenden und reiht sich ein paar Autos weiter wieder ein. Wir sehen uns ungläubig an, während aus dem Radio das Lied „Don’t panic“ erklingt. Über mehrere solcher Autofahrten hinweg schwinden unsere Nerven…

Kulinarisches – Über Geschmack lässt sich streiten

Gastronimische Erlebnisse in Neapel (©MarkOblivious, Pixabay)

Welche Besonderheiten fallen euch beim Gedanken an Italien ein? Genau – leckeres Essen, allen voran die beliebte Pizza. Ausgerechnet in Neapel erwische ich eine wenig schmackhafte Vertreterin. Eine Artischocken-Pizza: Die Konsistenz matschig, der Geschmack wie sauer eingelegtes Gemüse. Zugegeben, die Einheimischen hätten uns sicher die besseren Restaurant-Tipps geben können. Zum Glück genießt meine Reisefreundin dafür an einem anderen Tag die beste Pizza ihres Lebens – mit Büffelmozarella.

Mangold-Pizza ist übrigens eine weitere, bei uns in Deutschland eher weniger bekannte Variante des runden Teiggerichts. Aber mit Nutella-Pizza bin ich ja schon einiges gewöhnt.

Kulinarisch betrachtet darf in Italien auch ein Eis nicht fehlen, denken wir uns. Dieses simple Vorhaben gestaltet sich für unseren kleinen Reisetrupp schwierig: Ein Verkäufer schreit uns beim Betreten einer Eisdiele aufgeregt an, wir sollten nicht in den Laden kommen. Irritiert weichen wir zurück und entdecken beim zweiten Blick, dass gerade der Boden gewischt wird. Trotz Servicewüste ergattern wir schließlich unser Eis.

Sehenswürdigkeiten in und um Neapel

Blick aus unserer Airbnb-Ferienwohnung in Neapel (©RosiKmitta)
Blick aus unserer Airbnb-Ferienwohnung in Neapel (©RosiKmitta)

Um Neapel kennenzulernen, machen wir während unseres Kurzurlaubs einen Spaziergang. Wir laufen von unserer Ferienwohnung auf dem Hügel runter zum Tyrrhenischen Meer. Eine riesige Baustelle versperrt uns den Weg, die wir als Fußgänger kaum überblicken können. Einmal diese Hürde genommen, erblicken wir am Hafen das Castel Nuovo: einstige Festung und Residenz, in der sich heute das städtische Museum befindet.

Weitere Sehenswürdigkeiten findet ihr z.B. bei Tripadvisor: Die TOP 10 Sehenswürdigkeiten in Neapel

Wie die Ölsardinen am Strand (©RosiKmitta)
Wie die Ölsardinen am Strand (©RosiKmitta)

Wir entscheiden, dass uns ein bisschen Entspannung am Strand einer kleineren Stadt guttut. In der Realität bedeutet das, wie die Ölsardinen auf einem zwei Quadratmeter kleinen Stück Sand zu liegen. Wo ist denn der Sand? Wir sehen nur Menschen, Liegen, Schirme – bis zum Wasser hin.

Einen fantastischen Ausblick haben wir dagegen vom Balkon des Hotels in Vico Equense, wo unsere Studienfreundin ihre Hochzeit feiert.

Traumhafter Blick aufs Meer in Vico Equense (©RosiKmitta)
Traumhafter Blick aufs Meer in Vico Equense (©RosiKmitta)

Am Ende des Kurzurlaubs in Italien steht uns eine letzte rasante Autofahrt bevor, durch Neapel zurück zum Flughafen. Nach einigen bei rot überfahrenen Ampeln und zwielichtigen Gassen kommen wir an. Ich schaue meine Reisebegleiter an und lächle: Wir haben es geschafft. Einzeln betrachtet, wären all die erlebten Situationen nicht verwunderlich. Aber bei den geballten Pannenmomenten vermute ich doch ein Eingreifen des Schicksals. Einzig zu dem Zweck, dass wir auch Jahre später noch Anekdoten aus unserem wunderbar seltsamen Urlaub zu erzählen haben.

Wie war euer seltsamster Urlaub? Schreibt mir gerne in den Kommentaren.

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