Quittenlehrpfad in Astheim mit pelzigen Quittenfrüchten

Quo vadis Quitte? Quittenlehrpfad in Astheim

Der idyllisch gelegene, vier Kilometer lange Rundweg bringt uns das pelzige Früchtchen mit interessanter Geschichte näher. Schautafeln erzählen von Herkunft, Pflanzenkunde und Verarbeitung der Quitte. Vom Geschmack kann man sich im Quittenladen Wohlfahrt mit allerlei Leckerem überzeugen.

Auf den Spuren der Quitte

Sie ist goldgelb, meist rund, und pelzig. Aufgrund ihres Aussehens wird die rare Frucht auch Baumwollapfel genannt. Genauer kennen lernen kann man sie beim Quittenlehrpfad im Volkacher Ortsteil Astheim. Den Themenrundwanderweg säumen 12 Stationen mit Informationstafeln und bis zu 100 Jahre alte Quittenkulturen.

Geschichte der Quitte

Informationstafeln entlang des Quittenlehrpfads
Informationstafeln entlang des Quittenlehrpfads ©RosiKmitta

Bereits in der griechischen Antike war die Quitte eine geweihte Frucht der Liebesgöttin Aphrodite. Später im Mittelalter diente sie den Seefahrern als vitaminreiche Nahrung. Bis ins 20. Jahrhundert war sie sehr beliebt, beispielsweise als Konfekt, noch bevor es Schokolade und andere Süßigkeiten gab. Damals war auch die Volkacher Mainschleife ein bedeutsames Obstbaugebiet, das sogar Märkte der Großstädte wie München belieferte. Bis zum 21. Jahrhundert schwand jedoch die Verbreitung und Sortenvielfalt der Frucht mit ihrer so charakteristischen flaumigen Oberfläche.

Heutzutage scheint die Quitte fast eine Rarität zu sein, die ich zumindest im Supermarkt neben den üblichen Obstsorten und selbst exotischen Früchten nicht entdecke. Um die wenigen verbliebenen Arten zu erhalten, gibt es das Fränkische Rekultivierungsprojekt MUSTEA. Gegründet von Marius Wittur, auch der Quittenpapst genannt. Mit dem Ziel, die Quittenkulturen in Astheim zu bewahren und das pelzige Früchtchen den Besuchern vertrauter zu machen.

Ablauf des Wanderwegs

Quittenlehrpfad mit Blick auf den Main und die Kirche Maria im Weinberg
Quittenlehrpfad mit Blick auf den Main und die Kirche Maria im Weinberg ©RosiKmitta

Der Quittenlehrpfad ist mit vier Kilometern ein abwechslungsreicher Spaziergang. Idyllisch auf einer Anhöhe gelegen eröffnet er den Blick auf den Main und die gegenüberliegende Flussseite mit der Kirche „Maria im Weinberg“.

Auf halber Strecke gabelt sich der Weg. Nachdem man nach rechts die Bahngleise der Mainschleifenbahn überquert, beginnt der Rückweg. Dieser führt einen verwunschenen Pfad zwischen Quittenbäumen entlang, der später abfällt und in der Nähe des Mainufers verläuft. Dort können die Besucher einen Abstecher zur Volkacher Mainfähre machen. Etwas den Hang hinauf lädt die Mainschleifenbahn zu einer Fahrt ein. Von dort geht es rechts die Straße hinauf auch zum Ausgangspunkt des Rundwanderwegs zurück.

Gutes aus der Quitte

Die flaumige Quitte für allerlei Leckereien
Die flaumige Quitte für allerlei Leckereien ©RosiKmitta
Quitten-Verjus
Quitten-Verjus

Wie wärs mit einem Quittensaft zur Belohnung? Im Quittenladen Wohlfahrt gibt es weitere Leckereien wie Konfekt, Sekt, Brände, Marmelade aus der pelzigen Frucht. Ich habe mir einen Verjus gekauft, einen zitronenähnlichen Saft z.B. für Salate oder kühle Getränke. So endet ein schöner Spaziergang durch die Natur, der die Quitte nicht nur informativ, sondern auch kulinarisch wieder näher bringt.

Möchtet ihr mehr über die Quitte erfahren? Besucht den Quittenlehrpfad in Astheim.

One Reply to “Quo vadis Quitte? Quittenlehrpfad in Astheim”

  1. Moni

    Super, Rosi! Ein schöner, informativer Text, de neugierig macht, mit sehr ansprechenden Fotos 👍 die Lust entfachen selbst auf Erkundungstour zu gehen!
    Liebe Grüße von Moni 🤗

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