Kriminalroman „12 Sünden“ von Kirsten Nähle

Spannender Würzburg-Krimi: „12 Sünden“

Das neue Buch von Kirsten Nähle verschlinge ich gerade – es ist fesselnd bis zur letzten Seite. Ich gestehe: Das ist mein erster Krimi, der in Würzburg spielt. Und ich finde es cool, dass ich die Schauplätze kenne. In Gedanken kann ich also die Jagd nach den „Wächtern“ mitverfolgen. Wer sind denn diese? Harmlos ausgedrückt mahnen sie sozialkritische Themen an. Im tödlichen Sinn sind sie jedoch Rächer der Gerechtigkeit, die im beschaulichen Würzburg über Leichen gehen.

Wie geht es im Buch weiter? Das frage ich mich nach jedem Kapitel des Würzburg-Krimis und lese schnell weiter. Mainbrücke, Residenz-Garten oder Festwiese: alles Orte, die ich kenne. Ich frage mich, ob es sich etwas gruselig anfühlt, wenn ich das nächste Mal dort vorbei komme. Denn hier geschehen im Buch „12 Sünden“ schockierende Ereignisse. Wie der Sprung eines Familienvaters in den Tod oder die Vergiftung eines Pharmavertreters.

Die Wächter bekennen sich zu den Morden mit dem Motiv der Gerechtigkeit. Oberkommissarin Victoria Stahl und ihr neuer Partner Daniel Freund ermitteln auf Hochtouren, um ihnen auf die Spur zu kommen. Hilfe bekommen sie dabei von der Journalistin Susanne Riehl, mit der die Wächter anonym per E-Mail in Kontakt treten. Mir gefällt, dass die Charaktere sehr detailliert beschrieben sind: Ihre eigenen persönlichen Geschichten ergeben als Puzzle-Stücke das entscheidende Ganze des Krimis. Zum Beispiel: Vergisst Victoria wieder den Auftritt ihrer Tochter beim Poetry Slam? Kommen die Kampfsportfähigkeiten von Daniel ihm im entscheidenden Moment zugute?

Mir hat das Buch Spaß gemacht. Auf jeden Fall eine spannende und kurzweilige Lektüre. Vielleicht auch etwas für euch? Im Interview beantwortet Kirsten noch drei Fragen für uns.

Interview mit Kirsten Nähle

Autorin Kirsten Nähle ©KirstenNähle (Fotograf Matthias Demel)
Autorin Kirsten Nähle ©KirstenNähle (Fotograf Matthias Demel)

Wie kamst du zum Schreiben?

Kirsten: Geschichten erzählt habe ich schon als Kind, zum Beispiel bei Waldspaziergängen mit meiner Familie. Als Teenager habe ich angefangen, Kurzgeschichten aufzuschreiben. Später habe ich mich dann auch an Romanen versucht, viele angefangen, aber keinen beendet. Erst nach einer Schreibwerkstatt, den Besuch von Autorengruppen und einer Online-Autorenmesse habe ich mich viel mit der Theorie des Schreibens wie zum Beispiel der Planung eines Romans und der Figurenentwicklung beschäftigt. Das erleichtert das Schreiben enorm und so habe ich endlich mehrere Romane zu Ende geschrieben.

Warum gerade ein Krimi und wie schreibt man einen?

Kirsten: Ich bin ein Riesenfan von Spannungsliteratur und lese selbst nur Krimis und Thriller. Da lag es nahe, dass ich was Spannendes schreiben muss. Zur Recherche lese ich Bücher über Rechtsmedizin und Kriminalistik und habe eine rechtsmedizinische Vorlesung zum Thema Ersticken und Tod im Wasser besucht. Natürlich besuche ich auch die Schauplätze meiner Romane. Das Wichtigste aber ist der Kontakt zu einer Polizeibeamtin, die mir wertvolle Informationen zur Polizeiarbeit gibt.

Was können wir noch von dir erwarten?

Kirsten: Zwei Fortsetzungen von „Zwölf Sünden” sind bereits geschrieben und ich hoffe, dass sie nächstes Jahr erscheinen. Derzeit versuche ich mich mal an einem anderen Genre (Frauenroman), aber eine weitere Krimiidee schwirrt mir schon im Kopf herum.

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