Weltkulturerbe Lonetal: Eiszeitkunst und Tropfsteinparadies

Kunst aus der Eiszeit, Spuren des Neandertalers, bizarre Tropfsteinformen. Das Lonetal auf der Schwäbischen Alb nahe Ulm bietet Einblick in eine millionenalte Landschaft und menschliche Entwicklung von mehr als 100tausend Jahren. Entdeckt bei einem Spaziergang und Museumsbesuch viel Natur und Funde aus unfassbar weit zurückliegenden Zeitaltern.

Ulm ist bekannt, weniger jedoch das Lonetal, das sich ganz in der Nähe auf einer Länge von knapp 30 Kilometern erstreckt. Seit 2017 gehören Teile davon zum UNESCO Weltkulturerbe „Höhlen und Eiszeitkunst der Schwäbischen Alb“. Ich durfte das Lonetal kennenlernen, weil meine Tante und Onkel, die dort wohnen, mich auf einen Wochenendausflug eingeladen haben. Ich empfehle, während eines Spaziergangs die ein oder andere Höhle anzuschauen, dann ein Museum mit steinzeitlichen Funden wie den Archäopark zu besuchen sowie eine Führung in der Tropfsteinhöhle Charlottenhöhle zu machen. Zusätzlich lohnt ein Abstecher nach Ulm.

Weltkulturerbe: Höhlen und Eiszeitkunst

Das Lonetal entstand bereits vor 140 Millionen Jahren. Typisch für die Landschaft sind Waldstücke mit Kalkfelsen – der kleine Fluss Lone sickert dazwischen gemächlich durch das Tal. Die weißen Felsen waren ursprünglich Riffe eines subtropischen Meers aus der Jurazeit. In der Eiszeit dienten sie dem Neandertaler als Höhlen und vor 40.000 Jahren ebenso unserem Vorgänger Homo sapiens, wo er neben frühen Werkzeugen auch Schnitzereien aus Mammut-Elfenbein schuf – und damit die ersten Kunstwerke der Menschheit. Wander-und Radwege führen zu den Fundorten.

Zum UNESCO Weltkulturerbe „Höhlen und Eiszeitkunst der Schwäbischen Alb“ gehören drei Höhlen:

  • Bocksteinhöhle, frei zugänglich
  • Hohlenstein, frei zugänglich
  • Vogelherdhöhle, im Archäopark
  • Drei weitere Höhlen des UENSCO Weltkulturerbes liegen im nahe gelegenen Achtal.

In den Höhlen seht ihr nicht die eigentlichen Fundstücke- wie zum Beispiel den Löwenmenschen oder das kleine Mammut. Die könnt ihr euch in verschiedenen Museen und einem Archäopark anschauen – und dabei auch gleich über die unfassbar weit zurückliegende Zeitalter informieren.

Eiszeitkunde im Archäopark

Der Archäopark Vogelherd in Niederstotzingen zeigt auf einem Rundgang im Freien das Leben des Neandertalers. Die Lernstationen, Vogelherdhöhle und Schauvitrinen mit Fundstücken könnt ihr in ca. einer Stunde ablaufen. Der Besuch lohnt sich vor allem mit Kindern, da sie an den unterschiedlichen Themenplätzen zum Beispiel Speerwerfen oder Feuermachen ausprobieren können. Aber auch ich habe etwas gelernt: Ich weiß jetzt, dass der Nährwert eines Mammuts reicht, um 20 Personen zwei Monate lang satt zu machen. Und dass unsere Vorfahren schon vor 40.000 Jahren auf Musik standen, als sie die ersten Flöten fertigten.

Weitere Museen mit Fundstücken:

  • Museum Ulm
  • Urgeschichtliches Museum Blaubeuren, im Achtal

Tropfsteinparadies Charlottenhöhle

Die Charlottenhöhle im Lonetal gehört zwar nicht zum Weltkulturerbe, fasziniert aber durch bizarre Tropfsteine: . Mit 587 Metern ist sie eine der längsten Schauhöhlen Süddeutschlands. Entdeckt wurde sie 1893 von Zimmerleuten und erhielt ihren Namen nach der damaligen Königin Charlotte von Württemberg. Heute könnt ihr dort eine beeindruckende Führung durch ein wahres Tropfsteinparadies mitmachen. Berühren ist verboten, da sonst der Tropfstein nicht mehr richtig wachsen kann.

Schloss, Altar und sogar Hund: Daran soll die Gestalt einiger Tropfsteine erinnern. Zugegeben, man muss schon genau hinsehen. Aber das Spiegelei habe sogar ich als solches erkannt. Die Charlottenhöhle hat Jahrtausende lang mitunter bizarr aussehende Tropfsteine gebildet, dank moderner LED-Beleuchtung könnt ihr sie heute in den Gängen und Hallen betrachten – die verschiedenen Höhlenabschnitte haben Namen wie Schatzkammer, Hoher Kamin und Königsthron. Die Tropfsteine sind auffällig in Formen und Farbe, fast ein bisschen außerirdisch. Überraschend finde ich auch, dass tief in der Höhle an wenigen Stellen sogar grüner Farn wächst.

Weitere Infos:

  • Früher wohnten Bären im Schutz der Höhle, wobei diese in den hinteren Gängen nicht mehr durch passten. Auch Besucher sollten keine Platzangst haben, da die Gänge zwischen den Höhlenabschnitten doch recht eng werden.
  • Da die Höhle konstante 9°C Grad hat, empfiehlt sich außerdem eine warme Jacke.
  • Die Charlottenhöhlte ist nicht ganzjährig geöffnet, da Fledermäusen sie in den Wintermonaten bewohnen.

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